Rita Schäfer, die die Arbeit von Ruth Weiss über Jahrzehnte beruflich mitverfolgte und unterstützte, legt im Magazin Virginia Frauenbuchkritik Nr. 78 (Frühjahr 2026) eine Rezension ihres letzten Buches vor, Erinnern heisst Handeln, erschienen im Herder Verlag 2025. Dabei stellt sie heraus, wie Ruth Weiss gerade als Frau in der Männerwelt des 20. Jahrhunderts selbstbewusst und zielgerichtet arbeitete und um Gerechtigkeit und Gleichstellung kämpfte.
Anläßlich des 100. Geburtstags von Ruth Weiss fokussiert Rita Schäfers Beitrag auf Ruth Weiss' innovativen Impulse zur internationalen Frauenforschung. Viel früher als Forschende in Europa oder in den USA erkannte sie die Komplexität des weiblichen Aktivismus gegen die Apartheid in Südafrika, die Widersprüchlichkeit der aktiven Mitwirkung junger Frauen an bewaffneten Konflikten im südlichen Afrika und die Ambivalenz dortiger, männlich dominierter Unabhängigkeitsbewegungen, die Kolonialismus abschaffen wollten, aber gleichzeitig martialisch-autoritär strukturiert waren.
Nicht nur zum Frauentag an die Gleichberechtigung denken - Ruth Weiss beobachtet, wie die technologische Entwicklung afrikanischen Frauen Möglichkeiten zu geben scheint, aber noch viel mehr Arbeit zur Gleichstellung geleistet werden muss.
Ruth Weiss fordert mehr sichtbare Aktionen für Frauenrechte und gegen das mörderische Iranische Regime, welches Demonstrationen mit Hinrichtungen junger Demonstranten beantwortet.
Herausgegriffen aus den vielen Problemen unseres Planeten - Ruth Weiss spricht von Iran im Gesellschaftskonflikt über Frauenrechte, und von Krieg, Klimawandel und Hungersnot in Aethiopien und Somalia.
Ruth Weiss lässt Zimbabwes Frauen zu Wort kommen - ein Frauenrechtsdialog im besonderen Kontext der Rolle von Frauen im Freiheitskampf und im Widerstreit zur Tradition.