Angola
Kizonga Deepwater Project, vor der nördlichen Küste Angolas. Quelle: ExxonMobil

Angola

von Ruth Weiss

Angola, reich an Öl, Diamanten und anderen Bodenschätzen , mit seiner verarmten Bevölkerung die zu 70%  mit nur 2 Dollar am Tag überlebt, hat kürzlich einen Schritt in die richtige Richtung getan. José Filomeno Dos Santos (42), Sohn des ehemaligen Präsidenten Jose Eduardo Dos Santos, ist zu fünf Jahren Gefängnis wegen Betruges verurteilt worden.

Obzön anmutender Reichtum der Dos Santos Familie

José Filomenco Dos Santos war angeklagt $500m des $5 Milliarden starken Sovereign Wealth Fund gestohlen und auf ein Schweizer Bankkonto überwiesen zu haben. Er soll versucht haben $1 ½ Milliarden des $5 Milliarden Fond für sich zu beanspruchen, während er zwischen 2013 und 2018 den Fond verwaltete. Seine Halbschwester Isabel war im Frühjahr aus ihrem lukrativen Posten als Verantwortliche für die Staatliche Ölgesellschaft Sonangol entlassen worden – aber natürlich nicht ohne ein süßes Abschiedsgeschenk. Die Regierung Angolas hat bereits einige ihrer Besitztümer eingefroren.

Der Vater der beiden war Präsident von 1979 bis zu seinem Rücktritt 2017, als er dem von ihm eigens ausgewählten Nachfolger, dem ehemaligen Verteidigungsminister Joao Lourenço, die Präsidentschaft überliess. Dos Santos war vorgeworfen worden, eine der korruptesten Regierungen Afrikas zu führen um seiner Familie obszön anmutenden Reichtum zu verschaffen. Als er nach 38 Jahren zurücktrat, hatte er zuvor einige Gesetze erlassen um sich selbst und einigen anderen des Regimes Amnestie zu sichern.  

Luanda Leaks

Im August machte das Internationale Konsortium der Enthüllungsjournalisten mit den sogennanten ‚Luanda Leaks‘ Schlagzeilen. Eine riesige Anzahl von Dokumenten bewies, wie Isabel dos Santos Regierungssresourcen benutzt hatte, um ein privates Multi-Milliarden Reich aufzubauen. Ein Netz von über 400 Consultants, Banken und Gesellschaften gehörten zum Netzwerk der Geldwäscherei der Dos Santos Familie. Dank des Ölreichtums Angolas war das Regierungsbudget innerhalb eines Jahrzehnts bis 2012 auf $69 Milliarden gestiegen.  Der Internationale Währungsfond hatte gemeldet, dass $32 Milliarden Öleinkommen aus den Regierungsbüchern verschwunden seien. Der Betrag wurde gefunden, und zwar  als Ausgaben für ‘quasi-finanzwirtschaftliche Aktivitäten’ …

Reformwille oder alte Rechnungen?

Präsident Lourenco hat nun unerwartet mehrere Gesellschaften des Dos Santos Clans enteignet. Er hat mehrmals seine Regierung umgestaltet und dabei Dos Santos Anhänger entlassen. Doch nicht alle korrupten Führer sind verschwunden. Lourenco selbst hatte einen hohen Posten unter Dos Santos eingenommen und kannte sicher die Situation. Deswegen denken mehrere Experten, man müsse abwarten, ob Regierung Laurenco wirklich an Reformen interessiert sind oder ob es sich um bloßes Ressentiment und Abrechnung aus alten Zeiten handelt.