
S’ist wieder Sommer, und die Ruth Weiss Realschule feiert mit Musik und guter Laune ihr Schulfest, wie immer fast zeitgleich mit dem Geburtstag ihrer Namensgeberin, die in diesem Jahr 102 Jahre alt geworden wäre.
Ende Juli 2025, zum 101. Geburtstag hatte der Künstler René Böll der Jubilarin und der Ruth Weiss Gesellschaft in Tübingen wunderbare Tuschezeichnungen zu treffenden Zitaten der Autorin überreicht, mit deren Gegenwert die Arbeit der Ruth Weiss Gesellschaft unterstützt werden sollte. Ruth Weiss war noch online dabei und bedankte sich herzlich.
Nun hat das Ehepaar Melchers mit seiner Spende ermöglicht, dass die Ruth Weiss Gesellschaft der Schulgemeinde der Ruth Weiss Realschule in Aschaffenburg eine dieser Tuschen zum diesjährigen Schulfest überreichen konnte.

Die Schule liess ihr Schulfest 2026 zu einem frischfröhlichen Erinnerungsfest werden, zu dem auch der Künstler geladen war. René Böll hatte bereits die kunstreiche Seite von Aschaffenburg kennengelernt, mit einer Führung des Leiters Herrn Honeck durch das Schad Museum mit seiner Sammlung Christian Schad, der zum Frieden mahnenden besonderen Leihgabeausstellung des Khanenko Museums aus der Ukraine, und einem exquisiten Blick hinter die Kulissen der Vernissage zu “Vertraute Gesten – Werke aus der Sammlung Gunther Jaegers“. Er hat sodann Frau Ader eine anrührende Handzeichnung im Gästebuch der Steinmetzschule hinterlassen, nachdem sie die Schule mit ihren energiegeladenen Meister- und Gesellenwerken für die Besucher geöffnet hatte.
Mit musikalischer Untermalung der Schulband eröffnete Schulleiterin Sandra Finnegan das Fest.
Gruss- und Dankesworte der RWG Vorsitzenden Gesche Karrenbrock schlossen sich an, die die herausragenden Verdienste hervorhob, die sich René Böll als auch in China bekannter Künstler und Brückenbauer zwischen Ost und West erworben hat.

Sie wies auf die Beziehung zwischen der künstlerischen Energie, mit der diese Tuschen zustandekommen und der Energie und Stimmung der BetrachterInnen hin, durch welche die Kunstwerke ‚lebendig werden‘. Sie dankte dann sowohl den Spendern als auch René Böll selbst, da die Werke der Verbreitung von Werk und Werten von Ruth Weiss dienen sollen – und in dieser Schule bestens dienen werden!

Während René Böll der Schulgemeinde die Feinheiten der ostasiatischen Tuschekunst nahebrachte und mit der Schulleiterin unter Applaus die Tusche enthüllte, brachten SchülerInnen ein meterlanges Papierbanner, auf dem das Ruth Weiss Zitat zu lesen war, das den Künstler zu dieser Tusche inspiriert hat:
Ruth Weiss: Man ist nicht gefragt, anders zu glauben oder zu denken, man soll nur den anderen erlauben, anders zu sein und sich nicht daran stören ;

Das Banner wurde nach der Enthüllung ausgerollt und auf einem langen Tisch ausgebreitet – alle Anwesenden durften diesen Spruch unterzeichnen!
Oberbürgermeister Schlemmer schloss seine Grussworte an, sprach von dem besonderen Geist, der durch das Leben der Namensgeberin und ihren lebenslangen Einsatz gegen jede Art von Diskriminierung in dieser Schule weht und wünschte allen, auch in Erinnerung an Ruth Weiss, ein gutes Fest.
Er schritt sodann zur Siegerehrung im ‚Fussballturnier gegen Rassismus‘.
OB Schlemmer hob hervor, dass Fussball stets alle Spieler zum vorurteilslosen ‚Zusammenspiel‘ ermuntert.
Darum wolle er nicht nur den Pokalsiegern sondern allen Spielern zum fairen Spiel gratulieren, wenn er nun den Spielern der Klasse 6E den ‚Ruth Weiss Pokal gegen Rassismus‘ verleihen könne. Der Pokal war von Prof. Andrei Markovits 2024 gestiftet worden.

Wie auch in ihrem Leben hat Ruth Weiss durch dieses Fest wieder viele FreundInnen und Besucher zusammengeführt. Der Schulleitung, Lehrerschaft und Frau Hoepermans vom Förderverein sowie den vielen fröhlichen SchülerInnen sei für ihren Einsatz fürs leibliche und musikalische Wohl herzlich gedankt
– es war ein rundes Fest, Ruth hätte ihre Freude gehabt!!

