Salzburger Criminale ohne Ruth Weiss – Miss Moore ermittelt nicht mehr…

In Salzburg fand vom 6. bis 9.5.2026 die Jahresversammlung der AutorInnen deutschsprachiger Kriminalliteratur statt, die ihr Ehrenmitglied vermisste. Die Ruth Weiss Gesellschaft versuchte diese Lücke ein wenig zu füllen mit der Vorstellung des jüngsten Kriminalromans ‚Das lückenhafte Gedächtnis des Eckardt K.‘ und der Auslage auf den Galaveranstaltungen der Bücher aus der Reihe ‚Miss Moore‘, deren ‚letzten Fall‘ Ruth Weiss noch 2025 schrieb. Die RWG wird alle Abenteuer bis zu jenem ‚letzten Fall‘ in der kommenden Zeit mit Ruths gespanntem Krimi Fanclub teilen!

Miss Moore ermittelt nicht mehr*


Ihr Lebensweg war ein besonderer und gleichzeitig ein typischer für viele Jüdinnen und Juden ihrer Generation: Geboren 1924 in eine deutsch-jüdische Familie in Fürth, musste sie 1936 mit ihrer Familie vor der Verfolgung durch das Naziregime aus Deutschland fliehen. Sie selbst hat es so beschrieben:

Diese zwei Erfahrungen ergänzten und verstärkten sich gegenseitig, und brachten mich zu einer konsequenten Haltung gegenüber jeglicher Art von Ausgrenzung, Diskriminierung und ungerechter, erniedrigender Behandlung anders aussehender, denkender, glaubender, liebender und lebender Menschen.“

als Journalistin und Korrespondentin namhafter Zeitungen, für die sie vor allem in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren über den Prozess der Befreiung und Entkolonisierung im südlichen Afrika berichtete – das Ende der Apartheid in Südafrika und den Beginn der Demokratie mit Präsident Nelson Mandela an der Spitze war so etwas wie ein Schlusspunkt ihrer beruflichen Karriere.

Sie wird fehlen. Aber sie lebt fort in ihrem schriftstellerischen Werk.