Starkes letztes Buch einer starken Frau – Nachlese zum 8. März in Virginia Frauenbuchkritik

Rita Schäfer, die die Arbeit von Ruth Weiss über Jahrzehnte beruflich mitverfolgte und unterstützte, legt im Magazin Virginia Frauenbuchkritik Nr. 78 (Frühjahr 2026) eine Rezension ihres letzten Buches vor, Erinnern heisst Handeln, erschienen im Herder Verlag 2025. Dabei stellt sie heraus, wie Ruth Weiss gerade als Frau in der Männerwelt des 20. Jahrhunderts selbstbewusst und zielgerichtet arbeitete und um Gerechtigkeit und Gleichstellung kämpfte.

Virginia Frauenbuchkritik – Home

Hier ein Auszug aus der Rezension als Leseprobe, während wir den Verlag bitten, uns die Veröffentlichung des Gesamttextes zu erlauben

Zitat

…“ Über ihre negativen Erfahrungen mit verschiedenen repressiven Regimen – erst in ihrer Heimat, dann am Kap der guten Hoffnung – reflektiert die Hundertjährige in ihren Lebenserinnerungen. Die kenntnisreiche Journalistin erläuterte politische Machtstrukturen, Korruption der Eliten und ökonomische Ungleichheit, gab Unterdrückten eine Stimme. Davon zeugt „Erinnern und Handeln“. Sie erläutert darin, wie sie mit Recherchen und Schreibmaschine Unrecht aufzudecken versuchte. Die südafrikanische Regierung verwies die gradlinige Frau des Landes. Leserinnen können der Ausgebürgerten ins schon unabhängige Sambia folgen und von dort aus die Aufbruchstimmung in anderen postkolonialen afrikanischen Staaten nachspüren, die Ruth Weiss vor über fünfzig Jahren aus erster Hand veranschaulichte. Sie war vielerorts die erste Medienvertreterin, als sie etliche afrikanische Länder nach deren jeweiliger Unabhängigkeit besuchte. Dank ihrer Offenheit und ihrem ehrlichen Interesse an Menschen, denen sie begegnete, gelang es ihr, nicht nur neue Staatschefs zu interviewen, sondern auch zur einfachen Stadt- und Landbevölkerung Kontakte aufzubauen. Mit wacher Beobachtungsgabe und Sinn für das Alltägliche knüpfte sie Kontakte mit Afrikanerinnen; etliche hatten erfolgreich gegen die Kolonialmächte gekämpft und forderten danach Frauenrechte, Bildung, beruflichen Aufstieg. Bewunderung für diese couragierten Aktivistinnen spricht aus den Erinnerungen von Ruth Weiss. Ihnen widmete sie schon vor Jahrzehnten zwei Bände mit Interviews und Portraits…“

Zitat Ende