Das Vermächtnis von Ruth Weiss ehren und pflegen durch Zweitzeugenschaft im Bildungsbereich!
Am 5. September 2025 verstarb Ruth Weiss im Alter von 101 Jahren im Kreis ihrer Familie in Dänemark. Als Kind floh sie mit ihrer jüdischen Familie aus Nazideutschland nach Südafrika und erlebte dort den Rassismus, den sie in Deutschland als Antisemitismus erlitten hatte, als Rassismus gegen alle nicht-weißen Menschen. So wurde sie zur konsequenten Kämpferin gegen jegliche Art von Diskriminierung und Ausgrenzung.

Im Verlauf der Jahrzehnte hat Ruth Weiss zahllose Lesungen an Schulen, in Kultur- und Bildungseinrichtungen gehalten. Das Gespräch mit jungen Leuten sah sie als eine ihrer wichtigsten Aufgaben an. Dabei ging es ihr darum, ihre eigenen Erfahrungen mit Antisemitismus, Diskriminierung und Ausgrenzung in Nazideutschland, aber auch unter dem Apartheidregime Südafrikas, weiterzugeben und im Austausch mit den Jugendlichen demokratisches Bewusstsein und Verhalten zu stärken.
„Schaut nicht weg, wenn Ihr Unrecht seht!“, war dabei Ruths Appell an die Jugendlichen.
Bei den meisten dieser Lesungen wurde sie begleitet von Lutz Kliche, ihrem Lektor und langjährigen Freund. Um getreu ihrem Auftrag die Botschaft von Ruth Weiss weiterzutragen, bietet die Ruth Weiss Gesellschaft, in Zusammenarbeit mit Lutz Kliche, sowohl Schullesungen als auch Veranstaltungen für Einrichtungen der Erwachsenenbildung und Kulturorten an.
Zweitzeugenveranstaltung in Bildungs- und Kultureinrichtungen
Lutz Kliche berichtet als „Zweitzeuge“ über Ruths Leben und Werk und liest, begleitet von Videos und Power Point Dias, Texte von ihr. An die Lesungen schließt sich eine Diskussion mit dem Publikum an. Themenschwerpunkte und Gewichtung der Zweitzeugenlesungen werden mit den Veranstaltern besprochen und auf die Zielgruppen ausgerichtet.
Zweitzeugenschaft im schulischen Kontext
Es werden je nach Altersstufe und Vorkenntnissen mit der verantwortlichen Lehrperson abgesprochene Lesungen mit Diskussion (90Min) angeboten, oder auch Workshops, welche den SchülerInnen die Möglichkeit positiver Handlung zu den Problemfeldern ‚Ausgrenzung, Vorurteil, Flucht und Vertreibung‘ geben (Begleiteter Projekttag ca. 2×90 Min) . Die Arten aktiver Umsetzungen reichen etwa von Illustrationen zu Erfahrungen von Ruth Weiss, der Redaktion eines Aufrufes oder Konzepts einer innovativen Schulaktion zu Toleranz / Integration bis hin zur Entwicklung eines positiven Instagram Posts.
Auf Anfrage teilt die RWG vorbereitende Materialien: nach Themen geordnete Interviewclips von Ruth Weiss mit Inhaltsangabe, die jeweils in Geschichts-, Religions-, Ethik- oder Demokratiekursen vorbereitend im Unterricht noch vor dem Event eingesetzt werden können. Eine RWG Arbeitsgruppe wird für 2026 auch fachgerichtete Vorschläge und Handreichungen zusammenstellen.

Ein besonderes Veranstaltungsangebot
Für Jugendliche oder jung Gebliebene werden Events auf der Basis von Ruth Weiss‘ Kriminalromanen für das Frühjahr 2026 vorbereitet, unter Adaptation der obigen Konzepte und mit einer Auswahl von ,kriminellen Texten‘, die jungen Lesern Lust aufs Lesen, das Erforschen und Verständnis der menschlichen und geschichtlichen Hintergründe der Taten und das Lösen der Fälle machen sollen. Vorbereitend teilt die Ruth Weiss Gesellschaft gern Flyer zur Krimiserie ‚Miss Moore‘, an deren letztem Fall Ruth Weiss noch 2025 arbeitete.
Die Ruth Weiss Gesellschaft freut sich über eine Anfrage zu diesem Eventangebot unter ruth_weiss_ev@web.de oder über unsere Kontaktseite!
